Führerschein-Reform: Warum „abwarten“ dich am Ende mehr kosten kann!
Viele hören „Reform“ und denken automatisch: Der Führerschein wird bald deutlich günstiger.
Die Faktenlage ist derzeit nüchterner.
Was offiziell auf dem Tisch liegt:
Das Bundesverkehrsministerium hat am 16.10.2025 das Eckpunktepapier „Bezahlbarer Führerschein“ veröffentlicht. Vorgesehen sind u. a.: Theorie auch digital (ohne Präsenzpflicht), Reduktion des Fragenkatalogs, mehr Simulator-Einsatz, weniger verpflichtende Sonderfahrten, praktische Prüfung zurück auf 25 Minuten (reine Fahrzeit, ohne Grundfahraufgaben), sowie mehr Preistransparenz (Kosten & Durchfallquoten online). (Bundesministerium für Verkehr)
Was viele übersehen (Zeitplan):
Der Verkehrsminister rechnet frühestens Anfang 2027 mit dem Inkrafttreten eines neuen Gesetzes. (Deutschlandfunk)
Die wichtigsten Risiken, wenn man jetzt „nur wegen der Reform“ wartet
- Keine Preis-Garantie: „Bezahlbar“ heißt nicht automatisch „billiger“ – und selbst nach Inkrafttreten sind sofortige Preisrückgänge nicht zugesagt. (ZDFheute)
- Terminstau-Risiko: Wenn viele gleichzeitig später starten, steigen typischerweise Wartezeiten (Fahrstunden/Prüfungen) – das kostet Zeit, oft auch Geld. (DIE WELT)
- Regeländerungen bis 2027 möglich: Eckpunkte sind noch kein fertiges Gesetz; Details können sich im Verfahren verändern (Übergangsregeln, Umfang, Anerkennung von Simulatoranteilen etc.). (Bundesministerium für Verkehr)
Risiken innerhalb der Reformvorschläge (Qualität/Sicherheit)
- Verkürzte praktische Prüfung (25 Minuten reine Fahrzeit, ohne Grundfahraufgaben): Der TÜV-Verband warnt, das könne ein Rückschritt für die Fahranfängersicherheit sein. (TÜV Thüringen)
- Abschaffung Präsenzpflicht in der Theorie: Fahrlehrerverbände kritisieren u. a. Lernlücken, fehlende soziale Lernanteile und digitale Ausschlüsse. (DIE ZEIT)
Unser Fazit:
Wenn du den Führerschein in absehbarer Zeit brauchst, ist „abwarten“ eine Wette – ohne feste Zeitvorgabe der Reform und ohne Preisgarantie.
Sinnvoller ist: realistisch planen, transparent kalkulieren, Ausbildung effizient strukturieren.
Checkliste für das erste Beratungsgespräch in einer Fahrschule (10 Punkte)
1. Realistische Dauer bis Prüfung: „Wann könnte ich – realistisch – zur Prüfung?“ (nicht „theoretisch möglich“).
2. Fahrstunden-Verfügbarkeit: Wie viele Termine pro Woche sind üblich? Zu welchen Uhrzeiten?
3. Fester Fahrlehrer vs. Wechsel: Bekommst du eine feste Person oder wechselst du nach Planlage?
4. Transparente Preisliste schriftlich: Grundbetrag, Fahrstunde, Sonderfahrten, Prüfungsgebühren, Vorstellung zur Prüfung, Lern-App, Zusatzkosten.
5. Paketpreise / Aktionen: Was ist enthalten, was nicht? (Paket klingt günstig, wird aber oft über Zusatzpositionen teuer.)
6. Interne Abläufe: Wie wird kommuniziert (WhatsApp/Portal/Telefon)? Wie kurzfristig werden Termine verschoben?
7. Prüfungsvorbereitung: Wie viele „Generalproben“-Stunden sind üblich? Gibt es Simu-/Übungsangebote und was bringen sie konkret?
8. Fehlerkultur: Wie wird Feedback gegeben? (konstruktiv vs. „Druck“). Das ist ein riesiger Qualitätsindikator.
9. Ausfallregelung: Was kostet eine kurzfristige Absage? Welche Fristen gelten?
10. Plan B bei Engpässen: Was passiert, wenn dein Fahrlehrer krank/Urlaub hat oder du schnell mehr Stunden brauchst?
Mini-„Stresstest“: 3 Fragen, die gute Fahrschulen präzise und nachvollziehbar beantworten:
„Gibt es gerade Wartezeiten für Fahrstunden oder Prüfungen – und wie lang?“
„Kann ich die vollständige Preisliste und die AGB heute mitnehmen/zugeschickt bekommen?“
„Wie viele Fahrstunden pro Woche kann ich in meinem Zeitfenster typischerweise bekommen?“
Woran du „gut“ in der Praxis erkennst!
Du bekommst klare, schriftliche Infos (Preise, Regeln, Ablauf).
Sie geben dir realistische Zeitpläne statt Versprechen.
Sie sprechen offen über Wartezeiten und Ausfallregeln.
Du hast nach dem Gespräch das Gefühl: organisiert, respektvoll, planbar.
